image2

You Are here: Start Kategorie als Blog Sizing-Prüfung mit Jetstress 2010

Sizing-Prüfung mit Jetstress 2010 PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 20. Januar 2012 um 19:22 Uhr


Die große Frage bei der Installation eines neuen Exchange-Servers: Reicht die Performance des Speichersubsystems? Um Performanceengpässe bereits während der Implementierung zu erkennen, soll in diesem Artikel die Nutzung von Jetstress als Mittel der Wahl näher beschrieben werden.

Wenn man sich bei einem Neuinstallation eines Exchangeservers oder einer Migration ausführlich mit dem Sizing beschäftigt hat, ist es im Anschluss genauso wichtig zu prüfen, ob die eingesetzte Hardware den Anforderungen entspricht.

Microsoft bietet dafür das Tool Jetstress an, das die Festplattenzugriffe eines Exchangeservers simuliert, ohne dass dieser installiert ist. Das lässt Rückschlüsse auf die Performance zu und bietet weiterhin einen Vergleich der Werte aus der Planung mit der Realität.

Es sei gleich am Anfang darauf hingewiesen, dass Jetstress nicht auf einem Produktivsystem eingesetzt werden soll. Der Test dauert mehrere Stunden und um keine verfälschten Daten zu erhalten, sollten in dieser Zeit keine weiteren Prozesse auf dem Server laufen. Weiterhin wird für den Test ein Großteil des Festplattensystems in Anspruch genommen, wodurch es zu Konflikten mit vorhandenen Datenbanken kommen kann. Da es aber dennoch sinnvoll sein kann Jetstress zur Fehler-diagnose einzusetzen, widmet Microsoft diesem Punkt ein eigenes Kapitel in seinem Whitepaper.

Installation
Die Installation ist schnell durchgeführt. Als Voraussetzung muss nur das Framework 2.0 oder höher installiert sein, was bei Windows 2008 schnell über die Verwaltung oder die Shell erfolgen kann. 
Im nächsten Schritt wird das Setup durchlaufen, wobei keine besonderen Schritte durchzuführen sind. In Abhängigkeit von der genutzten Exchangeversionen – Exchange 2003 bis Exchange 2010 werden unterstützt, doch sollte für Exchange 2003 und 2007 Jetstress 2007 eingesetzt werden - müssen die folgenden Dateien von der CD oder einem Exchange-Installationsverzeichnis ins Jetstress-Verzeichnis kopiert werden:
-    ese.dll;
-    eseperf.dll;
-    eseperf.hxx;
-    eseperf.ini;
-    eseperf.xml.
Diese Dateien werden beim ersten Start von Jetstress registriert und ein Neustart von Jetstress ist an diesem Punkt nötig.

Abbildung 1/2: Jetstress installieren und Dateien kopieren

Testlauf
Mit Jetstress kann man nun die maximale Leistung des Systems (Test disk subsystem) oder eine vorgegebene Postfach-konfiguration (Test an Exchange mailbox profile) testen.

Abbildung 3: Jetstress Testauswahl


Beim Test des Speichersubsystems werden zunächst die Datenbank- und Logpfade definiert, die im Anschluss erstellt werden. Ändert man nichts an den Einstellungen werden nun 80% des Speicherplatzes mit der Datenbank belegt.


Nach dem Testlauf kann man die ermittelten IOPS mit den Requirements aus dem Mailbox Role Calculator abgleichen. Dadurch bekommt man ein guten Bild, ob die eingesetzte Hardware den Anforderungen entspricht.
Im Beispiel wurde über den Microsoft Mailbox Role Calculator 300 nötige IOPS ermittelt, die vom Testsystem locker übersprungen werden.

Abbildung 4: Jetstress Speichertest

Im Gegensatz zum Test des Speichersubsystems kann man über den Mailbox-Profil Test eine Umgebung definieren und prüfen, ob das Speichersystem für die Vorgaben ausreichend dimensioniert ist.


Jetstress simuliert im Folgenden die Last und vergleicht die erhalten Werten mit seinen ermittelten Vorgaben. In dem Beispiel werden 500 Mailboxen mit einer Größe von 2GB und 0,5 IOPS/Mailbox simuliert. Die IOPS sind dabei sehr hoch angesetzt und leiten sich aus der durchschnittlichen Anzahl der gesendeten eMails und deren Durchschnittsgröße .

Abbildung 5/6: Jetstress Mailboxtest


Neben den reinen Zugriffswerten zeichnet Jetstress auch Daten zur CPU, Arbeitsspeicher und Zugriffszeiten aus, die man in diesem Zusammenhang mit den empfohlenen Werten gegenprüfen sollte. Ein Blick auf die Exchange Performance-Seite ist hier ratsam .

Fazit
Mit Jetstress bietet Microsoft ein einfach zu bedienendes Werkzeug, dass man mit etwas Zeit immer laufen lassen sollte, um Probleme bereits während der Implementierung früh-zeitig zu erkennen und entsprechend gegenzu-steuern.

 

JetStress 2010 Download:
http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?displaylang=en&id=4167

siehe auch:
http://gallery.technet.microsoft.com/Jetstress-Field-Guide-1602d64c
http://technet.microsoft.com/en-us/library/ee832791.aspx
http://technet.microsoft.com/en-us/library/ff367871.aspx